Dieter würde heute noch Musik aufnehmen, soviel stand fest. Punkt. Basta. Oder etwa nicht? Was könnte denn wichtiger sein? 

Er hatte grade 10-15 min Zeit, da Hilda zusammen mit Trixie mit den Kinderstempeln alles vollstempelte. Er könnte diese Zeit nutzen, um schnell ein paar Takte mit seiner Ukulele einzuspielen. Die hatte er sich ja extra besorgt, um niedrigschwelliger Musik machen zu können, das heißt nicht immer die sperrige Gitarre in die Hand nehmen zu müssen, wenn nur ein kleines Zeitfenster war. Hm, es wäre schon etwas aufwändig den Laptop ans Audio-Interface anzuschließen. Außerdem stand das gute Studio-Mikrofon zwar am Kabel angeschlossen auf dem Klavier, nur mit einem Vögelchen bedeckt, es stand aber damit auch etwas zu hoch, um direkt mit der Aufnahme loslegen zu können, vermutete er. Er müsste evtl. noch ein Stativ in Position bringen, oder… 

Er öffnete den Browser seinen Smartphones. Vielleicht gab es ja eine noch einfachere Lösung um die Ukulele aufzunehmen? Er hatte schon eine Weile nicht mehr die aktuellen USB-Mikrofone ausgecheckt mit denen man auch direkt aufs Smartphone oder Tablet aufnehmen konnte. Das wäre doch endlich die Lösung: Ich könnte wirklich in Studioqualität auf dem Sofa aufnehmen, dachte Dieter. Mal sehen was sich in den letzten Monaten getan hatte. Ja, das sah doch spitze aus, guter Hersteller, alle Kabel dabei, sogar ein integrierter analoger Kompressor. Für 400 € nicht schlecht. Brandneu, gibt es dazu auch schon Testberichte, fragte er sich. Und natürlich gab es diese in einer Vielzahl. Ganz zu schweigen von den umfangreichen Ju-Tube-Videos, die das Mikro mit anderen Geräten verglichen. Schau an, der australische Hersteller Ræde hatte ja auch ein tolles USB-Mikrofon im Angebot, viel günstiger sogar. Und das war bei thimann.de auf Platz 1 in der Rangliste, bemerkte Dieter. Da waren bislang 193 Rezensionen hinterlassen worden, es waren die guten von thimann.de, die wollten erstmal studiert werden, nicht zu vergessen die umfangreichen Testberichte.

Ja, die Auswahl war nicht leicht. Das musste eingehend recherchiert werden. Konnte er sich ein USB-Mikro momentan leisten? Bezahlen schon, aber war es wirklich wichtig genug? Und wie schnitt es im Vergleich mit seiner jetzigen Lösung ab? Die war wahrscheinlich klanglich schon noch überlegen, besonders in Hinblick auf das Ræde-Mic. In diesem Moment, als er das Wort Mic eintippte, veränderte seine Smartphone-Tastatur das Wort automatisch zu „MIC“. Das war zufälligerweise der Eigenname des 400 € Mikrofons, dass er zuerst recherchiert hatte. Wie schlau diese Geräte doch waren…

Hilda stand direkt vor ihm: „Musik Papa!“ Seine individuelle Aufnahme-Session war damit beendet und Dieter kletterte mit seiner Tochter aufs Bett, um dort mithilfe von großen Stecknadeln gemeinsam Musik zu machen.

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